BayLFR Fachausschüsse zum Thema Künstlichen Intelligenz

Eine Zusammenfassung

Die fünf Fachausschüsse des Bayerischen Landesfrauenrats (BayLFR) haben sich mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche beschäftigt. Nach einem Austausch mit KI-Expertin Eva Gengler sind die Fachausschüsse zu folgenden Schlüssen gekommen: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie KI bestehende Ungleichheiten verstärken kann – aber auch, wie sie gezielt für mehr Teilhabe, Vielfalt und Gerechtigkeit genutzt werden kann.

Fachausschuss Medienpolitik
Der Ausschuss beleuchtete die Rolle von KI in Medien, sozialen Netzwerken und Empfehlungsalgorithmen. KI beeinflusst, welche Inhalte sichtbar werden und welche Rollenbilder vermittelt werden. Gefordert werden mehr Diversität in Entwicklungs- und Redaktionsteams, transparente Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten sowie Standards gegen Gender Bias. Gleichzeitig wird betont, dass Nutzerinnen KI kritisch hinterfragen und digitale Kompetenzen aufbauen müssen, um algorithmische Verzerrungen besser erkennen zu können.

Fachausschuss Bildungspolitik
Hier stand die Frage im Fokus, welche Kompetenzen Lehrkräfte und Lernende im Umgang mit KI benötigen. KI kann individualisierte Lernwege und lebenslanges Lernen unterstützen, darf aber grundlegende Fähigkeiten wie Sprachkompetenz oder kritisches Denken nicht ersetzen. Gefordert werden verbindliche KI-Kompetenzen in allen Bildungsbereichen, datenschutzsicherer Einsatz von KI-Systemen, sowie eine gender- und diversitätssensible Bildungsperspektive.

Fachausschuss Sozial- und Beschäftigungspolitik
Der Ausschuss untersuchte insbesondere die Auswirkungen von KI auf Seniorinnen. KI kann im Alltag unterstützen, etwa bei Gesundheit, Mobilität oder Kommunikation. Sie birgt aber auch Risiken wie digitale Ausgrenzung, Überwachung oder algorithmische Benachteiligung. Gefordert werden niedrigschwellige Bildungsangebote, sichere und barrierefreie digitale Räume, sowie politische Maßnahmen für digitale Selbstbestimmung im Alter.

Fachausschuss Familienpolitik und Familienrecht
Dieser Ausschuss kritisiert, dass textgenerierende KI häufig stereotype und konservative Familien- und Frauenbilder reproduziert. Alternative Familienformen oder vielfältige Lebensrealitäten sind oft unterrepräsentiert. Ursachen dafür liegen vor allem in einseitigen Trainingsdaten und mangelnder Diversität in der KI-Entwicklung. Gefordert werden feministische Medienbildung, vielfältigere Datensätze und stärkere Regulierung, damit KI gesellschaftliche Vielfalt besser abbildet.

Fachausschuss Gesundheitspolitik
Im Gesundheitsbereich sieht der Ausschuss die Gefahr, dass die KI bestehende Benachteiligungen von Frauen weiter verstärkt – etwa durch männlich dominierte medizinische Datensätze oder fehlende Forschung zu frauenspezifischen Erkrankungen. Gleichzeitig wird großes Potenzial für geschlechtergerechtere Medizin gesehen, z. B. durch personalisierte Diagnostik oder bessere Früherkennung. Voraussetzung dafür sind repräsentative Daten, verpflichtende Bias-Prüfungen und mehr Diversität in Forschung und Entwicklung.

Insgesamt machen die Fachausschüsse deutlich: KI ist nicht neutral. Ob sie bestehende Ungleichheiten verstärkt oder zu mehr Chancengerechtigkeit beiträgt, hängt entscheidend davon ab, wie sie entwickelt, reguliert und eingesetzt wird.

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