KI und Deepfakes
Frauen müssen vor Deepfakes besser geschützt werden
Ein Deepfake ist heute mit generativer Künstlicher Intelligenz (KI) sehr einfach und schnell von jedem beliebigen Foto einer Person zu machen. Ein Großteil der kursierenden Deepfakes enthält pornografische Inhalte, von denen besonders Frauen und Mädchen betroffen sind. Diese Form der digitalen Gewalt verletzt massiv die Persönlichkeitsrechte und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung der Betroffenen. Deepfakes verursachen nicht nur tiefgreifende und z. T. traumatisierende Verletzungen, sondern können auch als Grundlage für Erpressungen, Verleumdungen und andere strafrechtlich relevante Handlungen verwendet werden. Die Auswirkungen werden durch die Verbreitung in den sozialen Medien exponentiell verschärft.
Der BayLFR erwartet von der Bayerischen Staatsregierung, schnellstmöglich die Lücken im Strafrecht bei bildbasierter sexueller Gewalt zu schließen, und fordert:
- Eine Kennzeichnungspflicht für alle Deepfakes einzuführen.
- Die Plattformbetreiber für die von ihnen verbreiteten Inhalte verantwortlich machen.
- Das Herstellen, Gebrauchen und Zugänglichmachen von Deepfakes unter Strafe stellen.
- Einen eigenständigen Straftatbestand für sexualisierende Deepfakes schaffen.
- Strafverfolgungsbehörden sensibilisieren und qualifizieren.
- Die Öffentlichkeit verständlich und barrierearm aufklären, was sexualisierte Deepfakes für die betroffenen Frauen und Mädchen bedeuten.
- Für die Betroffenen geeignete Beratungs- und Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen.
Angesichts der rasanten Zunahme von Deepfakes im digitalen Raum und der gravierenden Verletzungen der Betroffenen, besteht rascher Handlungsbedarf. Denn Deepfakes bedrohen nicht nur die persönliche Integrität von Frauen und Mädchen, sie stellen auch eine ernsthafte Gefahr für die gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft dar.
zur Meldung "KI und Deepfakes"
Wir danken den Mitgliedern des Fachausschusses Medienpolitik:
Cordula Trapp, Birgit Röschert, Natascha Almer, Juliane Brumberg, Katharina Geiger, Sadija Klepo, Claudia Krüger-Werner, Inken Pollmann, Michaela Schaller und Ulla Thiem für ihre fachliche Expertise.
Wir sind ein Zusammenschluss von 58 Landes-Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Landesverbände, sind überparteilich, überkonfessionell und unabhängig und vertreten insgesamt knapp vier Millionen Frauen in Bayern. Seit unserer Gründung 1973 tragen wir zur Verwirklichung von Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bei.