KI und die Medizin
KI in der Medizin erfordert eine sichere, hochwertige, geschlechterspezifisch und vielfältig sensible Datenqualität.
Künstliche Intelligenz (KI) wird die Gesundheitsversorgung revolutionieren. Wenn KI-Programme mit geschlechtssensiblen und diversifizierten Gesundheitsdaten (z. B. Alter und Ethnie) gespeist werden, können sie eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung von Gendermedizin spielen und deren Implementierung erheblich beschleunigen.
KI in der Medizin gehört heute zur alltäglichen Praxis in vielen medizinischen Disziplinen und entwickelt sich in rasantem Tempo weiter. Von Früherkennung über Diagnostik bis hin zur individuellen Therapieempfehlung unterstützen KI-Programme die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten. Viele Studien bestätigen eine sehr hohe Sensitivität von KI-Programmen, z. B. in der Bildgebung, die ähnlich gut oder sogar besser ist als die von Ärztinnen und Ärzten erstellte. Nachweislich die besten Ergebnisse aber werden erzielt, wenn Mensch und KI zusammenarbeiten bzw. die KI als Unterstützung gesehen wird, um Krankheiten schneller und genauer zu diagnostizieren und Therapieoptionen besser und individuell differenziert zu bewerten.
Aber eine KI kann natürlich nur so gut sein wie die Daten, mit denen sie trainiert wird. Fehlerhafte, undifferenzierte, unspezifische oder unvollständige Daten würden zwangsläufig zu falschen Diagnosen und Empfehlungen führen. Für die geschlechtsspezifische Medizin ist die Qualität der Daten deshalb von besonderer Relevanz:
Der BayLFR stellt Mindestanforderungen an die KI in der Medizin:
- KI muss für alle Menschen anwendbar sein, unabhängig von Alter, Geschlecht oder ethnischer Herkunft.
- Bei der Erhebung und Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten müssen der Datenschutz und der Datentransfer im Sinne der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) oder der HIPAA (Health Insurance Portability and Accountability Act) gesichert, doppelt geprüft und validiert werden.
- KI muss mit einer unfassbar großen Datenmenge gespeist werden, bevor ein Programm diese Daten analysieren, interpretieren, vernetzen und Ergebnisse produzieren kann.
- KI muss unterschiedliche Datenformate verarbeiten, von der elektronischen Patientenakte über relevante Vitalwerte der Intensivstation bis hin zu CT- und MRT-Scans.
- Maschinelles „Lernen“ bewirkt, dass sich KI kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Gleichzeitig gibt es neue Erkenntnisse in der Medizin, die in die bestehenden KI-Programme integriert werden müssen. Das erfordert eine permanente Überwachung und Einspeisung von neuen Daten.
zur Meldung "KI und die Medizin - Anforderungen an die Datenqualität"
Wir danken den Mitgliedern des Fachausschusses Gesundheitspolitik:
Dr. Didona Weippert, Marie-Isabel von Schweinitz, Beate Guhl, Andrea Holzapfel, Jessica Leicher, Brigitte Schobeß, Ingrid Schumann, Sabine Slawik, Loretta Speidel, Claudia Spiegel, Anja Wessely und Angela Zellner für ihre fachliche Expertise.
Wir sind ein Zusammenschluss von 58 Landes-Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Landesverbände, sind überparteilich, überkonfessionell und unabhängig und vertreten insgesamt knapp vier Millionen Frauen in Bayern. Seit unserer Gründung 1973 tragen wir zur Verwirklichung von Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bei.