Digitalwende – KI für eine moderne Familienpolitik
Wenn Deutschland bei der Familienpolitik zukunftsfähig sein will, muss es auch digital gerecht zugehen.
In Deutschland stehen Familien eine Vielzahl von Leistungen zu – von Elterngeld über Kinderzuschlag bis hin zu Bildungs- und Teilhabeleistungen. Doch viele dieser Angebote erreichen die Menschen nicht. Besonders benachteiligt sind Familien mit geringem Einkommen, eingeschränkten Sprachkenntnissen oder fehlendes Wissen über Beratung.
Die Anträge – ein Flickenteppich. Sie sind komplex, Informationen unübersichtlich und digitale Lösungen bislang unzureichend integriert.
Der Bayerische Landesfrauenrat (BayLFR) fordert eine digitale Wende in der Familienpolitik – mit einer KI für Bürgerinnen und Bürger:
- KI kann helfen Formulare zu vereinfachen, individuelle Anspruchsvoraussetzungen automatisiert zu prüfen und Familien durch den Prozess der Antragstellung zu begleiten – barrierefrei, mehrsprachig und niedrigschwellig.
- KI kann proaktive Leistungserbringung ermöglichen – von der Holschuld zur Bringschuld! Behörden können mit KI-gestützten Tools Daten abgleichen und damit anspruchsberechtigte Familien aktiv informieren und Leistungen automatisch bereitstellen.
- Mit KI kann ein digitales Infotool für Familienleistungen entwickelt werden, das individuell angepasste Leistungen aufzeigt und verständlich erklärt. Es kann bei der Antragstellung unterstützen – einfach, aktuell und anonym.
KI kann die Familienpolitik gerechter machen. Aber der BayLFR betont, dass beim Einsatz von KI in der Familienpolitik gendersensibel mit den Daten umgegangen werden muss. Tradierte Rollenbilder dürfen sich nicht widerspiegeln.
Alles in allem sollte KI immer nur ein unterstützendes Tool sein und darf keinesfalls menschliche Kompetenzen, Verantwortung sowie Ansprechpersonen ersetzen.
zur Meldung „Digital gerecht: Künstliche Intelligenz für moderne Familienpolitik nutzen"
Wir danken den Mitgliedern des Fachausschusses Familienrecht- und Familienpolitik:
Christine Andersson, Inge Gehlert, Susanna Kaiser, Bärbel Padilla-Ottl, Alexandra Preuß, Sandra Schäfer, Barbara Streidl, Susanne Veit, Prof. Dr. Brigitte Waffenschmidt und Silvia Wallner-Moosreiner für ihre fachliche Expertise.
Wir sind ein Zusammenschluss von 58 Landes-Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Landesverbände, sind überparteilich, überkonfessionell und unabhängig und vertreten insgesamt knapp vier Millionen Frauen in Bayern. Seit unserer Gründung 1973 tragen wir zur Verwirklichung von Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bei.