„Yes, she can! Wir brauchen mehr Role-Models“ Zweiter Frauenkongress „Frauen in Parlamente!“

220625 Teilnehmerinnen im Plenarsaal
Im Plenarsaal | Bildarchiv: Bayerischer Landtag

220625 Ursula Heller, Ilse Aigner
Moderatorin Ursula Heller und Landtagspräsidentin Ilse Aigner | © BayLFR
 

220625 Monika Meier-Pojda, Ilse Aigner, Julika Sandt
BayLFR-Präsidentin Monika Meier-Pojda, Ilse Aigner und Julika Sandt, MdL | ©BayLFR

Die Landtagspräsidentin Ilse Aigner hatte geladen und über 200 Frauen waren gekommen! Am 25. Juni 2022 fand der zweite Frauenkongress im Bayerischen Landtag statt. Der Bayerische Landesfrauenrat war dabei!

220625 Monika Meier-Pojda, Ilse Aigner, Stephanie Schuhknecht, Dr. Petra Loibl, Julika Sandt

Parteiübergreifend für mehr Frauen in der Politik: v.l.n.r.:
Dr. Simone Strohmayr (SPD), Monika Meier-Pojda (BayLFR), Ilse Aigner (CSU), Stephanie Schuhknecht (B‘90/Die Grünen), Dr. Petra Loibl (CSU) und Julika Sandt (FDP) | © BayLFR

In ihrer Eröffnungsrede zeigte sich Ilse Aigner überwältigt – fast 100 Prozent Frauenquote im Plenarsaal, das hatte es hier noch nie gegeben. Als sie 1993 in die Politik ging, war sie oft die einzige unter lauter Männern. Damals lag der Frauenanteil bei 21 Prozent, jetzt, 30 Jahre später, sind es gerade mal 27 Prozent – „da ist noch Luft nach oben“, stellte Aigner fest. Aufgrund der geballten Frauenpower zeigte sie sich zuversichtlich. Begeistert rief sie den Frauen zu: „Schmeißen Sie Ihre Selbstzweifel bitte über Bord! Wir müssen zeigen, was wir können. Denn die Demokratie braucht Männer und Frauen!“

220625 Eröffnungsrede Ilse Aigner
Ilse Aigner | © BayLFR

Was Frauen hindert in die Politik zu gehen, zeigte Prof. Barbara Thiessen, Leiterin des Instituts Sozialer Wandel und Kohäsionsforschung an der Hochschule Landshut, auf. Nach drei Jahren Forschung hält sie fest: „Frauen erleben in der Politik immer noch Barrieren und Fouls.“ Der politische Alltag ist immer noch an Lebensbedingungen von Männern ausgerichtet: So fänden Sitzungen vorzugsweise nachmittags oder abends statt, dann, wenn von Frauen erwartet wird, sich um Kinder und Familie zu kümmern. Wenn FRAU wagt, dies zu monieren, kommt „Das hättest du dir halt früher überlegen müssen.“ Kämpferisch plädierte Thiessen: „Wir müssen die Strukturen ändern, nicht die Frauen!“

220625 Referentin Prof. Barbara Thießen
Keynote-Speakerin Prof. Barbara Thiessen | Bildarchiv Bayerischer Landtag

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen von Empowerment. Die Teilnehmerinnen erhielten in verschiedenen Workshops Hinweise und Tipps: Zu digitalen Strategien der politischen Kommunikation; zu Hate Speech und wie sie sich – juristisch – zur Wehr setzen können; oder ein Training für souveränes Auftreten als Politikerin.

Am Nachmittag brachte Inge Bell von TERRE DES FEMMES e. V. und SOLWODI Bayern e. V. den Saal zum Kochen. In ihrem Parforceritt „Manipulatives Auftreten, schwarze Rhetorik“ zeigte sie, wie es Männer seit Jahrhunderten schaffen, Frauen zu verunsichern, zu entmutigen und kleinzumachen.

Energiegeladen entwickelte sie gemäß dem Motto von Claudius Aquaviva:

Hart in der Sache,
weich zu den Menschen,
treu zu sich selbst,

Gegenstrategien. Dazu brauche es Mut: „Frauenrechte müssen täglich neu erkämpft werden, denn sie werden jeden Tag neu zurückgedreht.“

Zum Abschluss teilten die Teilnehmerinnen ihre Erfahrungen und Ideen, setzten Impulse und zeigten Wege auf, wie FRAU es in Politik und Gesellschaft in Zukunft besser machen kann.

BayLFR Präsidentin Monika Meier-Pojda wünscht sich ein generationsübergreifendes Netzwerk. „Wir müssen uns austauschen. Wir Frauen können voneinander lernen, die Jungen von den Älteren, und natürlich auch umgekehrt.“

220625 Monika Meier-Pojda, Inge Bell
Monika Meier-Pojda und Inge Bell | © BayLFR

Am Abend zeigte sich die Hausherrin zufrieden und zuversichtlich. Ilse Aigner: „So viele tolle und engagierte Frauen auf einen Haufen. Frauen, die jetzt ein bisschen stärker, selbstbewusster und mutiger nach Hause gehen! Das wollten wir zeigen.“

„Gut gemacht! Liebe Frau Landtagspräsidentin, DANKE für diese Initiative“, so Monika Meier-Pojda.

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