Die Arbeit unserer Mitglieder in Zeiten von Corona: Den Paritätischen in Bayern im Blick

Für alle Veröffentlichungen zu unserer Aktion gilt:
Die Beiträge werden von unseren Mitgliedern verfasst und inhaltlich verantwortet.

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Das öffentliche Leben ist nahezu auf ein Minimum heruntergefahren. Was für die Gesundheit der Bevölkerung richtig ist, trifft die zahlreichen Vereine besonders hart, denn sie tragen mit ihren vielfältigen Angeboten maßgeblich zum öffentlichen Leben bei. Vor welchen Herausforderung stehen Sie und wie bewältigen Sie diese?

Die Kontaktbeschränkungen und Betretungsverbote sozialer Einrichtungen haben den Paritätischen in Bayern und seine rund 800 Mitgliedsorganisationen vor enorme Herausforderungen gestellt. Von einem auf den anderen Tag war es nötig, nahezu die gesamte Kommunikation und Arbeit auf digitale Wege umzustellen und Angebote, wo möglich, zu digitalisieren. Dass der Paritätische nicht ganz unvorbereitet war, ist dem Projekt „Digitalisierung gestalten“ zu verdanken, das seit Anfang 2018 läuft. Und auch die Mitgliedsorganisationen konnten von den Informationen, die im Rahmen des Projektes vermittelt wurden, profitieren.

Auf einem anderen Blatt stand und steht die existenzbedrohende Lage, in die viele soziale Dienste und Einrichtungen in der Corona-Pandemie gerieten. Dies galt insbesondere für kleine Träger, die einen großen Teil unserer Mitgliedschaft ausmachen. Es war eine große Herausforderung, den Fortbestand der sozialen Infrastruktur zu sichern. Eine Herausforderung, die für die gesamte Gesellschaft von Relevanz ist. Denn wie sollte unser Alltag funktionieren, wenn Kitas, Pflegedienste, Mittagsbetreuung oder auch Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen „en masse“ schließen würden. Gerade Frauen wären vom Wegfall dieser Angebote betroffen, wird Sorgearbeit doch immer noch als weiblich angesehen. Egal ob die berufliche oder private Sorgearbeit. Angebote der Beratung und Prävention helfen vielen Menschen dabei, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können und nicht vom sozialen Leben ausgeschlossen zu werden. Was würde es für diese Menschen bedeuten, wenn die Angebote plötzlich wegfielen? Dass die soziale Infrastruktur in der Krise weitgehend aufrechterhalten werden konnte, ist nicht zuletzt dem innovativen und pragmatischen Umgang der sozialen Träger und Organisationen zu verdanken. Der Paritätische hat sich gemeinsam mit den anderen Wohlfahrtsverbänden auf Bundes- und Landesebene erfolgreich dafür eingesetzt, dass für fast alle für sozialen Organisationen und Träger Hilfs- und Kreditprogramme geschaffen beziehungsweise geöffnet wurden.

 

Corona stellt Sie vor enorme Herausforderungen. Sie müssen die Krise nicht nur mit den klassischen Instrumentarien managen. Vor allem aber gilt es jetzt schon, sich auf die Zeit nach der Krise vorzubereiten. Jede Krise ist auch eine Chance um aus Fehlern zu lernen, sich weiterzuentwickeln und als Gesellschaft besser für den nächsten Ernstfall vorbereitet zu sein. Was kann verbessert werden – und wie?

Wünschenswert wäre, dass wir aus der Krise gelernt haben. Ein anderes Wirtschaften, aber auch eine andere Wertschätzung für soziale Berufe könnten Konsequenzen sein. Applaus und Boni reichen nicht aus. Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken in Bezug auf die Bewertung von Arbeit. Anstelle einer reinen Input-Output-Orientierung sollten vermehrt qualitative Kriterien bestimmen, wie wir Produktivität messen. Wo wir aufpassen müssen, ist die Gefahr, dass Frauen wieder in überholte Rollenbilder zurückgedrängt werden. Sie sind in der Corona-Krise besonders gefordert, Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Hier wäre auch Politik gefordert gewesen, Familien besser zu unterstützen. Diese beiden Aspekte – Wertschätzung von Sorgearbeit und Verhindern eines Rollbacks in der Gleichstellungspolitik - sind dem Paritätischen in Bayern, ein besonderes Anliegen.

Schließlich gilt es, eine nachhaltige Finanzierung der sozialen Infrastruktur sicherzustellen. Auch bei der Digitalisierung brauchen soziale Dienste und Einrichtungen finanzielle Unterstützung durch den Freistaat. Schon jetzt beginnt ein zähes Ringen um die Übernahme coronabedingter Mehrausgaben. Das sind wohl nur die Vorboten von Sparhaushalten, die für den sozialen Bereich drohen. Es wird viel Einsatz von uns gefragt sein, um Kürzungen im Sozialetat, bei dem erfahrungsgemäß als Erstes der Rotstift angesetzt wird, zu verhindern. Es gilt jedoch, nicht zu verzagen, sondern alle Kräfte zu bündeln und sich gemeinsam zu engagieren. Indem wir sichtbar machen, wie wichtig die soziale Infrastruktur für unsere Gesellschaft ist. Und indem wir deutlich machen, dass es sie nicht zum Nulltarif gibt, sondern dass das Gemeinwesen hier in der Verantwortung ist, für die notwendige Finanzierung zu sorgen.

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