Die Arbeit unserer Mitglieder in Zeiten von Corona: Die Webgrrls.de Regiogruppe Bayern im Blick

Für alle Veröffentlichungen zu unserer Aktion gilt:
Die Beiträge werden von unseren Mitgliedern verfasst und inhaltlich verantwortet. 

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                    (Foto: webgrrls)

Das öffentliche Leben ist nahezu auf ein Minimum heruntergefahren. Was für die Gesundheit der Bevölkerung richtig ist, trifft die zahlreichen Vereine besonders hart, denn sie tragen mit ihren vielfältigen Angeboten maßgeblich zum öffentlichen Leben bei. Vor welchen Herausforderungen stehen Sie und wie bewältigen Sie diese?

Die Webgrrls standen und stehen persönlich oder in ihrem beruflichen und persönlichen Umfeld vor einer ganzen Reihe an Themen und Aufgaben:

Der auf Online reduzierte Austausch ist einerseits intensiver, führt aber auch zu einer „kollegialen Entfremdung“, man fühlt sich auch im Team mehr als Einzelkämpferin.

Schock des Stillstands für Kultur und Events: Alle Messen, Seminare oder sonstigen Formate wurden gnadenlos abgesagt. Und trotz aller Online-Arbeit - sobald es um die Arbeit mit dem Körperlichen oder mit Gruppenprozessen oder der Interaktion mit Publikum geht, kann Social Media und Online die Gruppendynamik in Präsenz nicht voll abbilden.

Die Kinder und Jugend trifft es besonders, eine Reduktion auf die virtuelle Welt verstärkt Suchtgefahr und Mobbing auf eine ganz neue Art und Weise. Einige Maßnahmen lasten auf den Rücken der Kinder, Familien und Frauen statt Generationen- oder Geschlechtergerechtigkeit.

Kompletter Ausfall für Anbieterinnen von persönlichen Workshops mit Inhalten wie beispielsweise: Kraft tanken und Genuss für Körper, Geist und Seele. Diese lassen sich nicht ins Virtuelle übertragen. Auch mit Maske und ohne Berührung ist kein Ersatz. Zudem haben/hatten die Kunden aus dem Gesundheitswesen, Personalabteilungen und Führungspositionen eigene Probleme und Aufgaben und keinen Platz und Budget für Beratungen.

Weitere Belastungen und Probleme von Frauen in München:

  • extreme Zusatzbelastung (im Job als auch mit den Kindern im Homeschooling/Homekindergarten sowie um den Familien-zusammenhalt zu wahren)
  • extreme Existenzängste, vor allem der Solopreneurs und der Alleinerziehenden
  • sozialer Abstieg auf Harz IV bzw. Grundsicherung
  • extreme Isolation der älteren Frauen
  • massiver Anstieg von Ängsten bei allen Altersgruppen, vor allem aber bei den Kindern
  • Mütter, die beschimpft wurden, wenn sie mit ihren Kindern die Wohnung verließen (Kinder als Virenschleudern und sie selbst als verantwortungslose Schlampen)
  • wenig positiver Ausblick auf die Zukunft (Angst vor künftigen Shutdowns) bis hin zu gravierenden Zukunftsängsten (Verarmung, Altersarmut)
  • erheblicher Anstieg sowie Verschlechterung der Depressions-erkrankungen (auch bei Frauen, die gerade erst wieder Fuß gefasst hatten in einem neuen Job nach einer Burnout-Erkrankung)
  • Lehrlinge, die ihre Ausbildung nicht fortsetzen konnten und deren Betriebe inzwischen Insolvenz angemeldet haben
  • erheblicher Anstieg der häuslichen Gewalt (sowohl gegenüber Frauen als auch den Kindern) und kaum Chancen/Möglichkeiten anderweitig Zuflucht zu finden (Zugang zu Frauenhäusern, Krisenzentren, Kinder-schutzeinrichtungen, etc.)
  • deutlicher Anstieg von sexuellen Übergriffen innerhalb von Familien
  • Traumatisierung von Angehörigen, die nicht zu ihren sterbenden Familienangehörigen gelassen wurden (Mütter nicht zu ihren sterbenden Kindern im Krankenhaus, Kinder nicht zu ihren sterbenden Eltern in den Pflegeeinrichtungen)
  • Schwangere, die ohne die Ehemänner/Lebenspartner oder sonstige Unterstützung von nahestehenden Vertrauenspersonen entbinden mussten
  • Demenzkranke, deren Erkrankung sich massiv verschlechtert haben, da sie keinen kontinuierlichen Kontakt mehr zu den ihnen vertrauten Bezugspersonen mehr hatten/haben
  • Menschen, denen die Möglichkeit versagt wurde, lebensnotwendige Operationen zu erhalten (da die Krankenhausbetten freigehalten werden mussten) bzw. die immer noch darauf warten
  • Eltern, die weiterhin auf dringend notwendige Operationen ihrer Kinder warten müssen und die Chancen dieser Kinder auf ein „normales Leben“ dadurch immer mehr schwinden (u. a. Organtransplantationen, Hautverpflanzungen, etc.) und die dadurch selbst auch ihrer Berufstätigkeit nicht mehr richtig nachgehen können
  • Frauen mit bereits traumatischen Erfahrungen (u. a. Vergewaltigungs-opfer), die panisch auf die soziale Isolation und vor allem die Maskenpflicht reagiert haben und ihre Berufstätigkeit (z. B. im Einzelhandel) nicht mehr ausüben können
  • Frauen mit Handicaps, wie Taubstumme, die sich nun angesichts u. a. der Maskenpflicht kaum mehr selbst versorgen können (weil sie sich in der Öffentlichkeit nicht mehr verständigen können)
  • Frauen, die sich vor Corona mit Aushilfsjobs (vor allem in der Gastronomie/Hotellerie, etc.) über Wasser gehalten haben, und die nun komplett ihre Existenzgrundlage verloren haben
  • Studentinnen, die sich ihr Studium z. B. in der Gastronomie finanziert haben und jetzt vor dem Studiums-Aus stehen
  • Familien, die aufgrund der unterschiedlichen Einstellungen zum Thema Corona entzweit sind
  • Kinder, die vorher schon psychische Probleme hatten, kommen jetzt kaum noch klar, so dass sich mindestens ein Familienmitglied inzwischen dauerhaft kümmern muss und selbst keine Erwerbstätigkeit mehr ausüben kann, was das Familieneinkommen massiv einschränkt und die Familien über kurz oder lang zu Sozialhilfefällen macht
  • Frauen, die in Unternehmen zunächst nur noch Kurzarbeit verrichten konnten und inzwischen gar keine Jobs mehr haben, weil die Unternehmen Insolvenz angemeldet haben

 

Corona stellt Sie vor enorme Herausforderungen. Sie müssen die Krise nicht nur mit den klassischen Instrumentarien managen. Vor allem aber gilt es jetzt schon, sich auf die Zeit nach der Krise vorzubereiten. Jede Krise ist auch eine Chance, um aus Fehlern zu lernen, sich weiterzuentwickeln und als Gesellschaft besser für den nächsten Ernstfall vorbereitet zu sein. Was kann verbessert werden – und wie?

„Ich nutze die Zeit, mich zu vernetzen, zu politisieren und an zukunftsfähigen Konzepten zu arbeiten. Ich versuche, meine Familie durch die Lage zu navigieren – und den Höhlenkoller zu vermeiden. Glück hat, wer auf dem Land lebt und vielleicht einen kleinen Garten hat.“

Ich vertraue darauf, dass unsere Gesellschaft eine Ausgewogenheit zwischen vernünftigen Gesundheitsmaßnahmen und dem Lebensrisiko an sich erreichen wird.

„Wir als Netzwerk pflegen den Kontakt untereinander aktiv online und unterstützen uns gegenseitig, wir geben Anfragen und Aufträge weiter, vermitteln und stärken mit mentaler Unterstützung“, so Mandy Ahlendorf von den Webgrrls.

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