Die Arbeit unserer Mitglieder in Zeiten von Corona: Den DGB Bayern im Blick

Für alle Veröffentlichungen zu unserer Aktion gilt:
Die Beiträge werden von unseren Mitgliedern verfasst und inhaltlich verantwortet.

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Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern. Dabei leistet jede und jeder Einzelne ihren bzw. seinen Beitrag, um durch diese Krise zu kommen. Klar ist aber auch, dass starke Schultern mehr tragen müssen als schwache. Doch wir sehen, dass sich die soziale Schieflage in der Krise verstärkt. Es war richtig, die Wirtschaft mit milliardenschweren Rettungsschirmen zu unterstützen, denn das hilft, Arbeitsplätze zu sichern. Allerdings brauchen nun auch die Beschäftigten ein klares Signal, dass sie diese schwierige Zeit überstehen können. Unsere Aufgabe als Interessenvertretung von mehr als 800.000 Gewerkschaftsmitgliedern in Bayern ist es, das im Austausch mit Arbeitgebern und der Bayerischen Staatsregierung stets aufs Neue deutlich zu machen und uns dafür einzusetzen, dass die Beschäftigten nicht als Verlierer aus dieser Krise gehen. Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt.

Ein Beispiel für notwendige Verbesserungen sind die sogenannten „systemrelevanten“ Berufe. Die Corona-Pandemie hievte Pflegekräfte, KassiererInnen, PaketbotInnen, ErzieherInnen und viele mehr ins Scheinwerferlicht. Erst jetzt in der Krise erfahren sie die verdiente Anerkennung. Von Applaus allein können diese Menschen allerdings ihre Miete nicht bezahlen. Gerade in diesen Berufen brauchen wir eine deutlich höhere Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen. Der Schlüssel hierzu ist eine Stärkung der Tarifbindung, etwa durch mehr Allgemeinverbindlicherklärungen von Tarifverträgen.

Auch die Situation von Beschäftigten, die derzeit in Kurzarbeit sind, muss verbessert werden. Zwar hat sich die Kurzarbeit als Instrument zum Erhalt von Arbeitsplätzen bewährt, dennoch haben es vor allem Geringverdienende schwer, mit 60 bzw. 67 Prozent (mit Kind) ihres letzten Nettogehalts über die Runden zu kommen. Erst durch den enormen Druck der Gewerkschaften hat sich hier überhaupt etwas getan. Beschäftigte erhalten nun ab dem 4. Monat 70 bzw. 77 Prozent und ab dem 7. Monat 80 bzw. 87 Prozent ihres bisherigen Nettolohnes. Doch so lange können all diese Beschäftigten nicht auf mehr finanzielle Unterstützung warten. Deshalb setzt sich der DGB Bayern für eine sofortige Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 Prozent ein.

Eine Verdienstausfallentschädigung in gleicher Höhe, die sogenannte „Familiensoforthilfe“, fordern wir auch für Eltern, die aktuell zu Hause ihre Kinder betreuen, weil Kitas und Schulen geschlossen sind. Seit Wochen sind diese Menschen enormen physischen, psychischen, aber auch finanziellen Belastungen ausgesetzt. Diese Mehrfachbelastung hat zu lange eine Nebenrolle gespielt. Wir müssen die Betroffenen stärker unterstützen. Dazu gehört auch ein individueller Freistellungsanspruch in den Betrieben und Verwaltungen, der auch eine stunden- und tageweise Freistellung möglich macht. Ebenso braucht es analoge Regelungen auch für pflegende Angehörige. Für die Betroffenen wäre das ein wichtiger Schritt, um Arbeit und Leben unter einen Hut zu bekommen.

Übrigens sind es auch in Krisenzeiten vorrangig die Frauen, die sich um die Kinderbetreuung oder die Pflege der Angehörigen kümmern. Schon vorher bestehende Rollenmuster bei der Arbeitsteilung zu Hause setzen sich in vielen Familien wieder durch und drohen sich nochmal mehr zu verfestigen. Eine Rückwärtsrolle in der Gleichstellung gilt es unbedingt zu verhindern! Mehr Mitbestimmung über die Lage und Dauer der Arbeitszeit hilft dabei.

Jetzt, da die Wirtschaft langsam wieder hochfährt, muss auch der Arbeits- und Gesundheitsschutz im Fokus stehen. Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, ihre Beschäftigten bestmöglich vor Infektionen zu schützen. Dies gelingt vor allem dann, wenn Betriebs- und PersonalrätInnen immer in Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes eingebunden werden. Zentral für die Gesundheit der Beschäftigten ist zudem, dass die Arbeitgeber ihrer Fürsorgepflicht nachkommen, indem sie von zu langen Arbeitszeiten und verkürzten Ruhezeiten Abstand nehmen. Eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes unter dem Deckmantel der Corona-Pandemie werden wir nicht hinnehmen. Daher achten wir genau darauf, dass aktuell erlassene Allgemeinverfügungen zeitnah zurückgenommen werden.

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