Die Arbeit unserer Mitglieder in Zeiten von Corona: Den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK Südost, im Blick

Für alle Veröffentlichungen zu unserer Aktion gilt:
Die Beiträge werden von unseren Mitgliedern verfasst und inhaltlich verantwortet.

Dbfk

Fakt ist: Mehr als 80 Prozent der Pflegefachpersonen sind Frauen.

Als Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe www.dbfk.de stehen wir in einer besonderen Verantwortung, weil wir eine Hochrisikogruppe vertreten, die einerseits besonders gefährdet ist zu erkranken, andererseits dringend im Gesundheitssystem gebraucht wird und als Drittes besonders gefährdet ist, die Infektion unbemerkt zu übertragen. Alle eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung des Infektions-geschehens zielen darauf ab, Menschen zu schützen und das Gesundheitssystem und damit die Beschäftigten im Gesundheitswesen nicht zu überfordern. Der Bedarf an Informationen, Informationsweitergabe und Schulung ist mit der Krise exponentiell gestiegen.

Es zeigen sich jetzt ganz besonders die Mängel eines auf Effizienz getrimmten Pflege- und Gesundheitswesens, insbesondere der Mangel an gut ausgebildeten Pflegefachpersonen. Bei aller Wertschätzung, die die Pflegenden jetzt erfahren, müssen Maßnahmen, die jetzt in der Krise entwickelt und umgesetzt werden, auch langfristig greifen.

Für das schrittweise Hochfahren der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen fordert der DBfK daher umgehend:

  • Vollständige Anwendung der regulären Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetze
  • Umfassende und engmaschige Testungen auf Corona-Infektion bei Patienten/innen, Bewohner/innen und Beschäftigten
  • Sicherstellung ausreichender und geeigneter persönlicher Schutz-ausrüstung
  • Angemessene Schichtbesetzungen, insbesondere auch im Hinblick auf den hohen Personalbedarf für die Versorgung infizierter Patienten/innen
  • Uneingeschränkte Geltung inkl. Nachweispflicht von vor der Krise regelhaften Mindestbesetzungen
  • Klare und konsequente Regelungen für Besucher/innen
  • Strikte Trennungen in jeglicher Hinsicht zwischen Isolier- und sonstigen Bereichen
  • Risikominimierung bei allen Prozessen in Diagnostik und Therapie
  • Gesetzeskonforme und vergütete Stand-by-Regelungen für Pflege-personal, damit kurzfristig Pflegekapazität bei Bedarf hochgefahren werden kann.

Darüber hinaus müssen alle Pflegefachpersonen endlich eine angemessene Vergütung erhalten. Das ist zeitnah in Angriff zu nehmen und muss primär zwischen den Tarifpartnern verhandelt werden. Aus Sicht des DBfK ist dabei ein Einstiegsgehalt in Höhe von 4.000 EURO brutto für eine Vollzeitstelle anzustreben. Von der Bundesregierung erwarten wir im Anschluss einen solchen Tarifabschluss für allgemeingültig zu erklären, damit auch nicht tarifgebundene Bereiche davon profitieren. Zulagen für Schichtdienst etc. sollten zudem grundsätzlich der Belastung angemessen sein und von Steuern befreit werden. Die Refinanzierung aller Personalkostenerhöhungen durch die Kassen muss dabei gesichert sein.

Was Pflegende von ihren Arbeitsplätzen weg und oft auch aus ihrem Beruf treibt, sind vor allem die seit Jahren schlechten Bedingungen im beruflichen Alltag: Zeitdruck, Arbeitsverdichtung, Arbeit im Eiltempo ohne Pause, unzureichende Ausbildungsqualität, schlechte Führung, interprofessionelle Konflikte, fehlender Respekt, geringe Wertschätzung, wenig Autonomie. Durch diese Bedingungen ausgelaugt sind die beruflich Pflegenden Anfang März in die jetzige Krise eingetreten und engagieren sich seitdem auf höchstem Niveau im Dienst der Menschen, die auf sie angewiesen sind. Das verdient mehr als abendlichen Applaus vom Balkon, mehr als den steuerfreien Einmalbonus, die kostenlose Pizza aus der Hand oder das „Freitaxi“ zu Schichtbeginn. Die Aufwertung des Pflegeberufs als Lehre aus der Corona-Pandemie beginnt mit angemessener Pflegepersonalausstattung, verlässlichem Arbeitsschutz und politischer Beteiligung auf allen Ebenen – und hört mit einer gerechten, motivierenden Vergütung längst nicht auf.

 

Das öffentliche Leben ist nahezu auf ein Minimum heruntergefahren. Was für die Gesundheit der Bevölkerung richtig ist, trifft die zahlreichen Vereine besonders hart, denn sie tragen mit ihren vielfältigen Angeboten maßgeblich zum öffentlichen Leben bei. Vor welchen Herausforderung stehen Sie und wie bewältigen Sie diese?

Als Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe sind wir selbst von der Pandemiekrise betroffen – auch wir mussten:

  • Einen Notfallplan erstellen,
  • Mitarbeiterinnen, die Kinder zu betreuen haben, das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen und
  • dafür sorgen, dass möglichst vielen Mitarbeitenden die Arbeit im Homeoffice ermöglicht wird, um Kontakte zu reduzieren;
  • Bildungsmaßnahmen, Kongresse und Veranstaltungen absagen und
  • Sitzungen verschieben oder als Telefon- bzw. Videokonferenzen durchführen.

Alle Punkte wurden zeitig und fast immer erfolgreich umgesetzt oder befinden sich noch in der Umsetzung. Bis zur Entwicklung und Umsetzung eines ausreichenden Impfschutzes werden wir voraussichtlich überhaupt keine Präsenzveranstaltungen, Sitzungen und Bildungsmaßnahmen mehr durchführen können.

Wir gehen dazu über nach und nach alle Maßnahmen (Sitzungen, Veranstaltungen und Bildungsmaßnahmen) als Telefon-, Videokonferenzen und -schulungen anzubieten. Das gelingt überall dort, wo die technische Ausstattung vorhanden und die Internetverbindung ausreichend stabil ist.

 

Corona stellt Sie vor enorme Herausforderungen. Sie müssen die Krise nicht nur mit den klassischen Instrumentarien managen. Vor allem aber gilt es jetzt schon, sich auf die Zeit nach der Krise vorzubereiten. Jede Krise ist auch eine Chance um aus Fehlern zu lernen, sich weiterzuentwickeln und als Gesellschaft besser für den nächsten Ernstfall vorbereitet zu sein. Was kann verbessert werden – und wie?

Alle Pflegefachpersonen sollten jetzt mit aller Konsequenz mit den nötigen technischen Mitteln (Handy, Laptop, Tablet, freie und unbezahlte Internetverbindung) ausgestattet werden, damit der Informations- und Schulungsbedarf zeitnah gewährleistet werden kann. Gerade der Beratungs- und Schulungsbedarf infolge der zahlreichen neuen Verfügungen und Richtlinien, aber auch im Bereich des Hygienemanagements ist enorm hoch.

Besonders wichtig erachten wir zudem, dass nun endlich eine Pflegekammer auch in Bayern eingerichtet wird, bei der alle Pflegefachpersonen registriert sind und somit gut erreicht werden können. Nur so kann sichergestellt werden, dass unsere Pflegefachpersonen über die Informationen verfügen, die sie in der Krise dringend benötigen.

In der Corona-Krise: Wir (Frauen) helfen zusammen!

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