Ohne Medien geht‘s nicht!
WER erklärt WIE unsere Gesellschafts-ordnung mit WELCHEN Medien?

Denkanstoß zur Integration geflüchteter Frauen in unsere Gesellschaft vom 6. Oktober 2017

Es gibt eine Fülle an unterschiedlichem Material[1], das versucht, geflüchteten Menschen unsere Gesellschaft zu erklären. In kurzer Zeit haben Einrichtungen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene sowie Bildungsträger, Verbände und viele lokale Akteure Orientierungshilfen erarbeitet, damit Neuankömmlinge sich zurechtfinden können.

Dabei ist eine große unübersichtliche Vielfalt mit unterschiedlicher Qualität entstanden. Neben gelungenem Material werden aber auch Inhalte teilweise so verkürzt, dass sie unsere gesellschaftliche Wirklichkeit verzerrt darstellen oder so komplex formuliert, dass sie nicht mehr verständlich sind.

Auffällig dabei ist, dass

1. es wenig Material gibt, das sich an die Zielgruppe Mädchen und Frauen richtet,

2. Frauen immer noch zu wenig vorkommen,

3. Frauen weiterhin stereotyp dargestellt werden.                                 

In vielen Materialien geht es um Verhaltensregeln, die nur sehr begrenzt dazu beitragen, unsere Gesellschaft zu verstehen. Hinter Verhaltensregeln steht der Wunsch, einen Orientierungsrahmen zu geben und unsere gesellschaftlichen Werte zu vermitteln. Dabei wird zu wenig bedacht, dass Werte nicht vermittelt, sondern nur interaktiv in direkter Kommunikation gebildet werden können und gelebt werden müssen. Die echten Werte sind das, was man tut und erwachsen aus einem lebendigen Miteinander. Medien können dabei unterstützen, ersetzen aber nicht persönliche Interaktionen. Wertebildung ist grundlegender Bestandteil gelingender Integration.

Der Bayerische Landesfrauenrat regt an, folgende Aspekte im Rahmen der Integrations- und Medienpolitik stärker zu berücksichtigen:

  1. Interaktive Wertebildung erfordert Selbstreflexion auf beiden Seiten. Die menschliche Ebene muss über die kulturellen Grenzen hinweg spürbar sein. Es geht darum, sich selbst und andere verstehen zu wollen, um gegenseitige Achtung statt Abwertung.
  2. Menschen und Organisationen mit Integrationserfahrung sind intensiver in die Betreuung der Neuankömmlinge einzubinden.
  3. Der Integrationskraft von Frauen muss mehr Bedeutung beigemessen werden. Dafür braucht es adäquate Möglichkeiten zur Beteiligung und Mitgestaltung.
  4. Hauptamtliche kommunale Integrationslotsen müssen die Ehrenamtlichen bei der Wertebildung unterstützen und ihnen Hilfestellung bei der Auswahl der Medienangebote geben.
  5. Eine übersichtliche Plattform für die unterschiedlichen Informationsmaterialien soll mindestens bayernweit erstellt und in den Helfergruppen bekanntgemacht werden.
  6. Medien- und Unterrichtsangebote müssen zielgruppenspezifisch, insbesondere für Mädchen und Frauen, eingesetzt werden.
  7. Es ist auf eine vereinfachte Sprache mit vielen erklärenden Bildern und Hervorhebung von wichtigen Punkten zu achten.
  8. Frauen müssen sichtbarer sein, Stereotypen sind zu vermeiden.
  9. Medienprojekte von und für geflüchtete Mädchen und Frauen sind zu fördern.
  10. Die spezifische Mediennutzung der Neuankömmlinge muss bei der Entwicklung von Materialien immer im Blick sein. Kurzfilme und Erklärvideos sind dabei besonders hilfreich.
  11. Flächendeckendes stabiles WLAN im unmittelbaren Lebensumfeld der geflüchteten Mädchen und Frauen muss gewährleistet werden.

[1] Es handelt sich dabei um Ratgeber, Orientierungshilfen, Glossare, Broschüren, Faltblätter, Apps, Websites, Videoclips, Unterrichtsmaterialien; sh. beigefügte Liste!

171006 Literaturliste

Der BayLFR hat die Landtagswahl im Blick!

Bild Lt-wahl

Die Positionspapiere

wurden an die zur Wahl zugelassenen Parteien und sonstigen organisierten Wählergruppen mit der Bitte um  Äußerung versandt. Wir sind sehr gespannt auf die Antworten und werden diese auf unserer Homepage veröffentlichen.

Postkarte zu den Wahlen

Die Wahlpostkarte ist eine gemeinsame Aktion der Landesfrauenräte Deutschlands. Bestellungen nehmen wir gerne entgegen.

Wahlpostkarte

Der Bayerische Landesfrauenrat - Die Stimme der Frauen in Bayern
Webportal "Wege aus der Gewalt für Frauen und Mädchen mit und ohne Behinderung"

Das Internetportal "Wege aus der Gewalt" des Paritätischen Bayern bietet betroffenen Frauen und Mädchen - mit und ohne Behinderung - Informationen zum Thema Gewalt.

Homepage Wege aus der Gewalt

Bayerischer Landesfrauenrat beim Wertebündnis Bayern

Wir sind dabei! Der BayLFR ist jetzt Partner des Wertebündnis Bayern.

Homepage Wertebündnis

Besuchen Sie uns bei Facebook
Aktionsbündnis "Parité in den Parlamenten"

Der Bayerische Landesfrauenrat ist Kooperationspartner des Aktionsbündnisses.

Zum Aktionsbündnis

GENDER . ismus?

Was sich hinter den neuen Angriffen gegen Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt verbirgt und wie Sie damit umgehen können.

Flyer herunterladen

Videoclip "Flucht ist auch weiblich" des KDFB

Der Film "Flucht ist auch weiblich" - produziert vom Kompetenzforum "Eine Welt" des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes ‑ legt besonderes Augenmerk auf frauenspezifische Fluchtursachen wie sexualisierte Gewalt und Folter sowie Sorge vor Beschneidung der Töchter. Asylbewerberinnen kommen, soweit möglich, selbst zu Wort.

Videoclip ansehen

Gegen Frauenfeindlichkeit, Diskriminierung und Sexismus in Werbung und Medien

Kartenaktion zum 100. Internationalen Weltfrauentag

Karte mit Beschwerde-Adressen

Pinkstinks Deutschland

Pinkstinks ist eine junge Protestorganisation, die gegen Produkte, Werbe- und Medieninhalte agiert, die Kindern eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen. Die „Pinkifizierung“ trifft Mädchen und Jungen gleichermaßen – Pinkstinks wirkt diesem Trend entgegen. Mit Theaterarbeit an Schulen, Vorträgen, Kampagnen gegen Germany’s next Topmodel und sexistischer Werbung sowie durch Gespräche mit der Politik.

Pinkstinks

Deutscher Frauenrat

Als Dachorganisation frauen­poli­tisch­er Inter­es­sen sieht sich der DF in der Tra­di­tion des 1894 ge­grün­det­en »Bundes Deutsch­er Frau­en­ver­eine« (BDF).

frauenrat.de